Die Abgeltungssteuer ist schon Monate vor ihrem Inkrafttreten der Aufreger unter den Geldanlegern. Die Festlegung, wonach Abgaben in Höhe von 25 Prozent auf Dividenden, Zinsen, Erträge aus Investmentfonds und Veräußerungsgewinne ab 2009 fällig werden, belastet in erster Linie die Aktionäre. Lange Zeit schien es nur einen Gewinner der Einführung zu geben – Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der im Zuge der Unternehmensreform die Einführung der Steuer durchs Kabinett boxen konnte.
Nach einigem Überlegen haben sich aber auch die Anleihenbesitzer als Gewinner herauskristallisiert, denn die Kursgewinne haben zunächst nur eine geringe Auswirkung auf die Gesamtrendite. Die regelmäßigen und sicheren Zinserträge werden statt wie bisher nicht mit dem individuellen Einkommensgrenzsteuersatz von 45 Prozent besteuert, sondern werden ab 2009 mit der 25 Prozent der Abgeltungssteuer versehen. An einer Stelle, wo jeder Aktionär schon jetzt die Hände über den Kopf zusammen schlägt, gibt es mit den Anleihenbesitzern doch noch Gewinner der Steuer.
Wer also in Zukunft geplant hatte, seine Vorsorge über Aktien zu bestreiten, sollte angesichts der Abgeltungssteuer Anleihen näher in Betracht ziehen. Die wirklichen Auswirkungen lassen sich aber erst im Jahr 2009 abschätzen, mal sehen, ob sich der Finanzminister immer noch die Hände reibt.