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Taschengeld für Kinder: Tipps für den bewussten Umgang mit Geld

Autor: Kai
abgelegt in: Spartipps

Jedes Kind sollte irgendwann den Umgang mit Geld lernen, Taschengeld ist dabei nicht nur ein Mittel, um finanzielle Verantwortung beizubringen, sondern ermöglicht auch eigenständige Entscheidungen. Was man bei der Vergabe beachten sollte, erfährt man hier.

Taschengeld, für viele Kinder ein großer Schritt in die Selbstständigkeit, den man als Elternteil nicht unterbinden sollte. So sehr man denkt, es reicht, wenn das Kind nach Geld fragt, wenn es etwas haben möchte, so sehr schränkt man damit die eigenständige Entscheidung des Kindes ein, indem man persönlich entscheidet, ob der Wunsch das Geld wert ist oder nicht.

Viele Eltern wissen nicht genau, wann man mit der Vergabe von Taschengeld beginnen sollte, aber spätestens ab der Pubertät sollte man wöchentlich oder monatlich eine gewisse Geldsumme an das Kind, bzw. den Teenager aushändigen, ansonsten schränkt man auch ihre Privatssphäre stark ein, denn wenn man unentwegt überwacht, was sie sich nun kaufen, kann dies zu Frust und Abwehrreaktionen auf Seiten des Kindes führen. Immerhin will man doch als Elterntein ein selbstständiges Kind aufziehen.

Vorteile von Taschengeld:

- Bewusster Umgang mit Geld wird von früh auf gelernt

- Sparen und Schulden werden als Konzepte schon früh verstanden

- Eigenständigkeit durch eigene Entscheidungen

- Besserer Umgang mit Besitz, der sich selbst erspart wurde

- Rechenfähigkeiten

Auch wenn es nicht schadet, auch schon in der Grundschule Taschengeld zu vergeben (das sollte jedoch den zweistelligen Bereich pro Woche nicht übersteigen), sind die meisten Eltern davon überzeugt, dass nach der Grundschule der geeignete Zeitpunkt für Taschengeld gekommen ist.

Allgemein fangen Eltern an, ihrem Kind mit 6 oder 7 Jahren einen sehr kleinen Betrag pro Woche zu geben (ein paar Euro, allerdings sollte es ein Festbetrag sein, damit das Kind auch lernt, mit einer zuverlässigen Summe auszukommen).

Das Anheben des Taschengeldes sollte man auch fest auf Geburtstage oder erste Schultage legen.

Wie viel Taschengeld ist angebracht?

Dies ist eine sehr schwere Frage, denn neben den Bedürfnissen des Kindes sollte man auch den familiären Finanzstand nicht außer Acht lassen. Wenn man sich nicht viel leisten kann, muss auch das Taschengeld nicht exorbitant hoch sein, allerdings sollte man immer überlegen, was sich das Kind eventuell damit kaufen will/soll und dementsprechend die Höhe festlegen.

Hierbei sollte man auch beachten, wie und wo die Interessen des Kindes liegen, wie alt es ist, usw. Wo im Grundschulalter ein paar Euro für Comics, Süßigkeiten und gelegentliche Spielzeuge reichen, kommen im Teenager-Alter auch CDs, Bücher, Make-Up und Klamotten dazu, weshalb man hier schon etwas anheben sollte.

Freunde können hierbei eine Richtlinie sein, dabei sollte man sich aber nicht in eine Ecke reden lassen, wenn ein Freund des Kindes besonders großzügige Eltern hat.

Man sollte anfangs wöchentlich bezahlen, da ein Monat noch zu unübersichtlich für Kinder zu organisieren ist (höchstwahrscheinlich würden sie alles in der ersten Woche ausgeben und einem dann in den Ohren liegen).

Später sollte man aber ruhig monatlich Taschengeld vergeben, ab 15-16 Jahren bereitet dies auch schon auf das Berufsleben vor, wo man ja ähnlich monatlich bezahlt wird.

Besonders zu Beginn sollte der Betrag nicht allzu hoch sein, dafür sollte man jedoch Drogerieartikel und Schulsachen aus der eigenen Tasche bezahlen. Blöcke, Stifte, Schulranzen, Shampoo und Zahnbürste sollten nicht vom Kind bezahlt werden müssen, bei Zusatzprodukten wie Nagellack, Parfum oder spezielle, äußerst teure Wunschprodukte kann man jedoch schon festlegen, dass das Kind zumindest einen Teil der Kosten übernimmt.

Alles, was zum normalen Leben gebraucht wird, sollte nicht vom Taschengeld bezahlt werden müssen. Taschengeld soll vor allem zu Beginn der Pubertät spielerisch das eigenständige Verwalten von Besitz beibringen, so dass Fehlkäufe nicht dazu führen sollten, dass das Kind Einschränkungen in seiner Lebensqualität erleben muss.

Fragen sollten die Kinder nicht müssen, man sollte zusammen mit dem Kind vereinbaren, wann genau das Taschengeld ausgehändigt wird, damit es ein festes Datum gibt. Ansonsten fühlt sich das Kind in der Verantwortung “betteln” zu gehen und das soll nicht damit erreicht werden.

Ausnahmen bei Taschengeld?

Ein bewusster Umgang mit Geld heißt natürlich auch, dass man Verzicht lernt, wenn man schon alles ausgegeben hat. Hier sollte man eigentlich keine Ausnahmen machen und dennoch etwas dazu geben, wenn das Taschengeld nicht reicht.

Wenn das Kind auf etwas ganz Besonderes spart – und das wird sicher früher oder später passieren – kann man auch mal etwas mehr dazu geben, zwar geht es darum, dass man auch für eine gewisse Geldsumme arbeiten muss, aber in Ausnahmefällen ist es sicher auch angebracht.

Hier hilft es, wenn man eventuell schon vorher eine feste Summe vereinbart, die das Kind beisteuern muss, so dass man als Eltern den Rest bezahlt.

“Borgt” man dem Kind etwas, sollte man unbedingt darauf achten, dass das Geld auch zurück gezahlt wird, es sollte immer klar sein, wenn Geld geschenkt oder geborgt wird, denn auch der Umgang mit Schulden – gerade heutzutage ein großes Problem – soll mit Taschengeld beigebracht werden.

Sparen lernen

Ein gutes Sparschwein oder auch ein Sparkonto kann auch das Sparen für ein Kind erleichtern. Es gibt etwa durchsichtige Sparschweine, in denen man sehen kann, was sich schon angesammelt hat, auch verschiedene Behälter zur Aufteilung des Taschengeldes können dabei helfen, Prioritäten zu setzen und das Geld richtig zu verwalten.

Wenn ihr Kind Lust darauf hat, können sie es auch dazu ermutigen, einen Wochen- oder Monatsplan mit den Einnahmen und Ausgaben zu erstellen, um zu sehen, wo man eventuell noch mehr hätte sparen können.

Strafe, Hausarbeit und Taschengeld

Als Strafe das Taschengeld zu entziehen mag ein probates Mittel sein, sollte jedoch gut überlegt werden. Wird es verwendet, um Schaden zu zahlen, der vom Kind verursacht wurde, so ist es absolut okay (solange der Schaden nicht so hoch ist, dass das Kind ihn niemals vollständig bezahlen könnte), allerdings sollte man in anderen Fällen nicht das Taschengeld als Druckmittel verwenden, jede Strafe sollte der Tat entsprechend gewählt sein, die Drohung des Taschengeldentzuges (und damit auch einem gewissen Unabhängigkeitsentzug) ist hierbei unfair und dient nicht immer einer guten Erziehung.

Auch sollte Taschengeld nicht mit Hausarbeit verbunden werden. Zwar müssen Kinder später auch für Geld arbeiten, aber Hausarbeit sollte nicht dazu gehören, da das Mithelfen im Haushalt und somit das Unterstützen der Familie nicht mit einer Bezahlung einher gehen sollte. Aufräumen, Abwasch und Co sollten als selbstverständliche Tätigkeiten in der Familie gesehen werden, die nicht mit Geld aufgewertet werden müssen.

Will man wirklich beibringen, Geld mit Arbeit zu verbinden, sollte man spezielle Hausarbeiten dafür nehmen, die nicht regelmäßig ausgeführt werden müssen (etwa das Aufräumen im Keller oder der Anstrich eines Zimmers). Vorzugsweise sollte man das Kind jedoch eher zu einem Ferienjob ermutigen, das natürlich nur, wenn das Alter es schon zulässt.


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